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Donnerstag, 22. September 2011

we're going to hell, so bring your sunblock

ich hab' entourage geliebt. am anfang, vor ein paar jahren. aber irgendwo zwischen staffel 4 und 6 haben wir uns auseinander gelebt. jetzt sind acht staffeln rum, die serie vorbei, und ich ein bisschen erleichtert.
entourage zu empfehlen, fand' ich immer schwierig, denn wenn man anfängt zu erzählen, merkt man selbst, wie scheiße sich das anhört. isses aber nicht. anke gröner hat das so ausgedrückt:
Denn während sich andere Dramen mit Weltpolitik befassen oder große Beziehungskisten erklären, beschäftigen sich die Kerle in Entourage eben lieber mit Mädels, kiffen oder Drehbücher querlesen. Hört sich erstmal nach nix an, macht aber nach drei Folgen extrem süchtig. Absolute Empfehlung.
isabella brachte mich vor 2 tagen erstmalig darauf, dass das ganze ein bisschen frauenfeindlich sein könnte. ich muss gestehen, dass ich darüber - im zusammenhang mit dieser serie - noch nie nachgedacht hatte. vielleicht weil das hier a given ist? zum einen, weil entourage für mich sehr eng mit der hiphop- und r'n'b-szene verknüpft ist, der man ja auch nachsagt, sehr frauenfeindlich zu sein. zum anderen sind die protagonisten von entourage nun mal ausschließlich männer (vince, e, drama, turtle), der wichtigste nebendarsteller (ari) hat eine ehefrau, deren vorname acht staffeln lang nicht bekannt ist & die bis zum series finale nur "mrs. ari" heißt. (was wiederum sehr stark an sex and the city & mr. big erinnert, der dem zuschauer auch erst im series finale als john vorgestellt wurde. auch 'ne hbo serie.)
bevor ich weiter abschweife: ein durchaus valider punkt von isabella, und ich werde mit meinen anderen serien diesbezüglich auch nochmal ins gericht gehen.
entourage sollte man aber ohnehin nicht zu sehr sezieren. jede kritik, die ich bisher über die serie gehört oder gelesen habe, ist berechtigt. vincent chase, genannt vince, oder vinnie, beispielsweise, ist der flachste charakter der gesamten serie, was deshalb so fatal ist, weil er gleichzeitig die hauptfigur der serie ist. er ist der (aufstrebende) hollywood filmstar aus brooklyn und die anderen drei jungs seine entourage. hence the name. (erinnert wiederum ein bisschen an how i met your mother, wo hauptfigur ted im vergleich zu lily, marshall, robin und barney wohl auch der uninteressanteste charakter ist.)
entourage hat aber auch nicht den anspruch eine hochwertige, tiefgründige (look what i did there!) serie zu sein. entourage hat den anspruch zu unterhalten. und das hat die serie auch vorzüglich getan - zu beginn. ab staffel 4 circa - der hälfte also - ließ die serie in sachen unterhaltung kontinuierlich nach. der plot wurde immer dünner, die geschichten immer absurder, neu eingeführte charaktere zu tode nervig (ashley!). das series finale war schlichtweg hanebüchen. es wäre genial gewesen, wenn es als satire oder karikatur der serie insgesamt intendiert gewesen wäre, aber das bezweifel' ich. allein, weil jeremy piven so enthusiastisch darüber twitterte.
entourage jumped the shark zu einem ungewöhnlich frühen zeitpunkt (sogar früher als lost mit ihrem time travelling bullshit), und dennoch bin ich bis zum schluss dran geblieben. von daher trotz aller kritik meine empfehlung. und wenn es nur wegen ari ist.

bild von hier

Kommentare:

  1. Muah, das Bild sieht so gar nicht nach ari aus :)
    Und für die Serie gibts von mir eine 4 Sterne Empfehlung :)

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  2. ja, da haste recht. das ist eher jeremy piven als ari gold. aber ich hab' kein bild von ari gefunden, das mir gut genug gefallen hat, um es hier zu posten. ;)
    und joa, den vier sternen schließ' ich mich an. :)

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  3. Letztendlich ist der Fixpunkt der Serie der intensive Bund einer Männerclique, die sich gegenseitig den Rücken freihält und auch in der Glitzerwelt ihren Wurzeln treu bleibt. Ich persönlich finde Entourage deshalb tiefgründiger als du das oben beschreibst. Woran liegt das? Nun, ich glaube, dass Man(n) Entourage mit anderen Augen sieht.

    Ich habe die Serie wirklich genossen, vor allem AB Staffel 4. Das deckte sich übrigens mit der Einschätzung meiner Kumpels ("Ab Staffel 4 wirds erst richtig gut, da drehen die so richtig am Rad"). Die Mädels, die ich kenne, teilten hingegen deine Einschätzung und meinten auch, die Serie hätte im Laufe der Staffeln abgebaut. Die anderen Mädels in meinem Freundeskreis sind hingegen schon nach wenigen Folgen ausgestiegen.

    Ob die Serie jetzt frauenfeindlich ist..? Ne, ich denke nicht. Frauen spielen hier einfach keine Hauptrolle, so wie in Sex and the City (hab ich zwar nur eine einzige Episode zur Hälfte gesehen, aber ich glaube ich liege da richtig) Männer keine subtile Rolle spielen. Entourage ist halt eine Serie über Männer für Männer. Und sie problematisiert typische Männerprobleme und wie Männer mit ihnen umgehen.

    Nehmen wir zum Beispiel Ari, dessen Probleme sich durch alle Staffeln hinziehen. Er vernachlässigt seine Frau, denkt sich nichts dabei, arbeitet immer mehr und strebt so lange nach Macht, bis seine Ehe irgendwann fast vor die Wand fährt und er den ganz großen Cut machen muss. Zwischendurch rauft er sich die Haare, beschimpft die Schwester seiner Frau und seine Eheberaterin, verprügelt fast seinen Nebenbuhler und versucht erfolglos, seinen Kummer in einer Affäre zu ersticken. Das sind Beziehungskisten, die man sich auch als Mann anschauen kann.

    Ein anderes passendes Beispiel ist die Beziehung zwischen E und Vince, eine beste Freundschaft mit ihren Höhen und Tiefen, passend umgesetzt. Oder die Beziehung zwischen Drama und... Drama. Oder Turtles langsame Entwicklung vom Loser und Schmarotzer zum liebenswerten Gutmenschen und Unternehmer.

    Ich leg auf die 4 Sterne (bei maximal fünfen?) nochnen halben drauf. Und ich freue mich riesig auf den Film. Ich finds aber auch cool, dass du bis zum Ende interessiert drangeblieben bist. Meine Freundin hat schon in Staffel 1 aufgegeben :-D

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