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Donnerstag, 18. August 2011

stefan kießling - 8403 people like this

als stefan kießling am vergangenen sonntag im spiel gegen bremen in der 68. minute ausgewechselt wurde, konnte man die welle der sympathie, die durch den c-block schwappte, förmlich spüren. obwohl er auf dem platz nun wahrlich nichts gerissen hatte - ich erinnere mich nicht an eine bemerkenswerte spielszene seinerseits -, gab es "stefan kießling"-sprechchöre und standing ovations allerorten. und diese vielsagenden blicke im block, die alle das sagten, was mir in dem moment auch durch den kopf ging: "ach, der kies, der ist soo nett. der identifiziert sich so mit dem verein, und postet immer so nette sachen im facebook".
es nimmt ihm keiner (mehr) übel, dass er das tor nicht mehr trifft; klar, es ist schade, vorallem für ihn, aber irgendwie auch latte*. wenn er morgen wieder bei facebook erzählt, was er seiner frau zu essen gekocht oder welchen film er mit seinem sohn im kino gesehen hat.
kürzlich wurde stefan kießlings neue homepage gelauncht. ich finde sie - gelinde gesagt - katastrophal, und das nicht, weil sie aussieht wie bild.de, das ist super witzig. die inhalte dort sind einfach nur traurig, wenn sie ernst gemeint sind:
Seit 2006 ist Leverkusen Lebensmittelpunkt von Stefan Kiessling. Hier ist er seiner Frau Norina das erste Mal begegnet. In Opladen haben sie ihre Hochzeit gefeiert. Sohn Tayler ist in Leverkusen zur Welt gekommen und geht dort in den Kindergarten. Sie haben ein Haus gebaut und leben nun in Monheim.
ich glaube, man muss opladen und monheim nicht kennen, um zu verstehen, was ich meine.
aber genau solche texte machen diesen mann zu einem solchen sympathieträger und zur identifikationsfigur. und zu einem krassen gegenentwurf zu spielern wie beispielsweise arturo vidal, dessen unrühmlicher abgang mich wirklich sehr enttäuscht hat. (und in diesem fall bin ich tatsächlich mal nachtragend.)
gestern hat kies sich im facebook sogar direkt an die jungs (& mädels) von nk12 gewendet & sein kompliment für die renovierung des stadionecks ausgesprochen: Ich wollte auch nochmal ein Kompliment aussprechen, an die Leute, welche das Stadioneck12 neu aufgebaut haben!!! Werde es mir auch mal persönlich anschauen :-)
wenn's nach mir ginge, könnte kießling bis zu seinem karriereende bei uns bleiben. bloß: der derdiyok, den sollte dutt in zukunft lieber mal von anfang an und als zweite spitze neben kies bringen...

*oh. no pun intended!

Sonntag, 13. Februar 2011

ballack & die bayer-bank

letztes wochenende war's der auftritt von monica lierhaus bei der goldenen kamera, dieses mal ist es das thema michael ballack und sein gestriger nicht-einsatz, zu dem ich eine andere meinung als der rest der (internet-fußball-)welt zu haben scheine.
ich war nicht überrascht, als ich hörte, dass ballack nicht in der startelf ist. vielmehr hab' ich mich gefreut, dass eren derdiyok von anfang an spielt. er wird meiner meinung nach von jupp heynckes viel zu sehr vernachlässigt und das völlig zu unrecht. ich habe ihn immer als stärker (und mannschaftsdienlicher sowieso) als beispielsweise helmes gesehen, und war, ehrlich gesagt, heilfroh als pättys wechsel zu wolfsburg endlich fix war. sicherlich ist das bisher nicht derdiyoks beste saison aller zeiten, aber mit seinen derzeitigen einsatzzeiten kann er eigentlich auch nicht zufrieden sein.
michael ballacks glanzzeiten liegen da noch weiter zurück. nach seinem wechsel zu chelsea war's das doch mit dem prädikat "weltklasse". böse zungen behaupten sogar, er sei dort nur unterwürfig lampard nachgelaufen und habe offensiv auch nichts mehr gerissen.
als erstmalig die gerüchte aufkamen, dass ballack in die bundesliga zurückkehrt, war für mich klar, dass das nur ein wechsel zu leverkusen sein kann und darf. alles andere hätten ihm die bayer-fans, seinen schmerzlichen wechsel zu bayern 2002 noch im hinterkopf, persönlich übel genommen. man weiß ja mittlerweile, dass bernd schneiders abschiedsspiel im mai 2010 bei dem ballack mitspielte einen großen teil zu seiner entscheidung beitrug und ich bin schon ein bisschen stolz, dass ich bei den "micha komm zurück"-rufen mit im block stand. und trotzdem sollte man unseren michi als den fußballer sehen, der er jetzt ist, und nicht mehr als den michael ballack, der er vor zehn jahren (verdammtescheißewieschnellvergehtdiezeitbitte?) war. vielleicht wäre ballack gut damit getan das auch selbst einzusehen und konsequenzen daraus zu ziehen. anstatt ständig ins rudas zu gehen (gerne auch mal mit krücken wenn nötig), könnte er sich beispielsweise erhobenen hauptes aus der nationalmannschaft zurückziehen und sich ganz auf leverkusen konzentrieren. und da es nicht mehr 2001 ist, sitzt er halt auch mal auf der bank. rolfes und vidal und sam und renato machen das dann schon für ihn.
michi ist absolut "nice to have", wie wir prätentiösen düsseldorfer gerne sagen, aber nicht mehr unersetzlich.
wobei er immer noch verdammt gut aussieht, und unser altersunterschied jetzt auch kein problem mehr ist, im vergleich zu damals, als er 23 war und ich 15...