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Mittwoch, 15. Mai 2013

Schwestern

Meine Tante und mein Onkel aus England waren zu Besuch bei uns in Düsseldorf und haben wunderschöne Blumen mitgebracht.


Mein Onkel war sehr überrascht, als ich ihm erzählte, dass das Altbier, dass er gerade trank und ihm sehr gut schmeckte, hier gar nicht so beliebt ist. Es ist das Rheinland. Nur in Hamburg hat man eventuell noch weniger Ahnung von Bier. ("Haben Sie noch anderes Pils außer Astra?" "Nur Holsten alkoholfrei. Oder Schöfferhöfer Grapefruit.")


Bei jedem Besuch in England habe ich mir im Haus meiner Großeltern die selben Familienphotos immer und immer wieder angeschaut. Aber seitdem meine Omi im vergangenen Juni gestorben ist, geht das nicht mehr. Es ist noch kein Jahr vergangen und es ist alles noch zu frisch, als dass ich die Bilder anschauen kann, ohne von Traurigkeit überwältigt zu werden. Am 06.06. hätte meine Oma Geburtstag gehabt, und meine Eltern fahren nach England, um mit meinem Opa und meinen Tanten und Onkels zusammen zu sein. Das finde ich schön.

Meine Mama ist übrigens das blonde Mädchen links im Bild, ganz rechts ihre ältere Schwester, die uns kürzlich besucht hat.


Das Haus meiner Großeltern das Elternhaus meiner Mama heißt übrigens Little Orchard. Ich habe nie darüber nachgedacht, wie wundervoll das ist, weil es eben schon immer so war.

Freitag, 18. Januar 2013

Sherlock – Oder: Wieso wir Twitter alles zu verdanken haben

Bei Sherlock bin ich – wie bei so vielem seit ich Vollzeit berufstätig bin Late Adopter. Ich konnte die britische TV-Serie Sherlock und die amerikanischen Spielfilme Sherlock Holmes nicht auseinander halten, wusste nichts über das jeweilige Setup der beiden Produktionen. Doch, eins: Bei Sherlock spielt der Typ mit dem komischen Namen mit, den Patschbella geil attraktiv findet.
Vor circa acht, neun Jahren sah ich das erste Mal The Office (UK) und war begeistert. Dass The Office-Tim bei Sherlock den Dr. Watson spielt, weiß ich jedoch erst seit dem ersten Weihnachtsfeiertag 2012, als ich mit meinen Eltern und meinem Bruder die erste – großartige Folge, A Study in Pink, angesehen habe. Dass Martin Freeman auch der Hobbit ist, ähm, das dauerte übrigens nochmal ein bisschen länger, bis es zu mir durchgedrungen war. (Was IST mit mir?)
Nun, jetzt habe ich endlich die erste Folge gesehen, weiß, wer Benedict Cumberbatch ist (Bella, I get it now), und bin in der beneidenswerten Phase, angefixt zu sein, aber noch quasi alles vor mir zu haben. Passenderweise widmet Caitlin Moran in ihrem Buch / ihrer Kolumnensammlung Moranthology der Serie gleich mehrere Kapitel. Als Kolumnistin der Times hat sie sowohl die Macher Steven Moffat und Mark Gatiss, als auch Benedict Cumberbatch und Martin Freeman mehrfach getroffen und interviewt. Eins ihrer vier Sherlock-Features habe ich besonders gerne gelesen. Ich habe Sherlock von vornherein als die Über-Serie der letzten Jahre kennengelernt. Aber damals, vor anderthalb Jahren, hätte das auch ganz anders ausgehen können:

July 2010. It is three weeks before the first series of Sherlock broadcasts on BBC1, and show-runners Steven Moffat and Mark Gatiss are panicking. The BBC have suddenly brought forward the slot for their show 'by a substantial amount'. As summer is already a difficult time to launch a show, Gatiss and Moffat are bewildered as to how they will promote it.
'We were sitting around with our heads in our hands,' Steven Moffat remembers, 'going, "There isn't enough time to do this. It will broadcast to no one."'
This is when they joined Twitter.
'It was really only one step up from individually knocking on people's doors and shouting "Sherlock is coming!" through their letterboxes,' Mark Gatiss explains. 'We were almost ... desperate.'
'What did we think we'd get?' Moffat muses.
'Four million viewers,' Gatiss replies. 'Four million viewers, tops, and a couple of nice broadsheet write-ups. That was our best-case scenario.'
On the night the debut episode – 'A Study in Pink' – went out, the core cast and crew assembled at Steven Moffat's house, in Kew, to watch it, in a state of nervous tension.
Gathered around the wine – 'a lot of wine' – were Martin Freeman (Dr Watson), Benedict Cumberbatch (Sherlock Holmes), Mark Gatiss, Steven Moffat and Sue Vertue, the show's producer. [...]
In the event, when Sherlock began, the Moffat party had to immediately pause it, as Benedict Cumberbatch still hadn't arrived.
'He called us – he was stuck in a traffic jam on Baker Street,' Moffat recalls. 'Sherlock Holmes, stuck on Baker Street! We couldn't work out if that was a good sign or not.'
'I think he might have made that up. to be honest,' Mark Gatiss says. 'But it's a really good lie.'
When Cumberbatch finally arrived, the party who made Sherlock watched the show then minutes behind the rest of Britain.
'But we knew when the climax happened,' Mark Gatiss beams, 'because suddenly all our phones were going off, everyone texting, everyone phoning. I mean, exploding.'
'An hour later, I went and sat in the garden,' Moffat says, 'and looked at Twitter. I saw that Benedict was trending worldwide on Twitter, Martin was trending worldwide, Sherlock was trending worldwide. And people were talking about it with this ... passion. As if there were lifelong fans – when, of course, they'd not seen it ninety minutes ago. Everything had changed in ninety minutes.'
He pauses for a minute, still looking surprised.
'Everything.'
(Caitlin Moran, Moranthology, Part Four, Sherlock Feature: The Making of 'A Scandal in Belgravia')
Und deshalb verstehe ich Menschen nicht, die Twitter nicht verstehen.

Montag, 13. August 2012

England im Juni 2012

Im Juni war ich mit meiner Familie in England. Es war ein trauriger Anlass, der zugleich so viel Schönes hatte. Ich habe in der Kirche vor Ergriffenheit geweint, darüber, dass meine Oma ein so wundervoller Mensch war, und aus Stolz und Dankbarkeit, dass ich vieles davon in meiner Mama wiedererkenne. Meine erst 15-jährige Cousine hat ein Gedicht vorgetragen, in der Kirche, vor allen Leuten. Meine ältere Cousine aus Mexiko war da und ich habe mit ihrem kleinen Sohn angetrunken von zuviel Wein Laserschwertkämpfe geführt er ist vier und im Moment ist Luke Skywalker sein großes Vorbild. Wie praktisch, dass ich einen Luke Skywalker Schlüsselanhänger aus Lego an meinem Schlüsselbund trage!
Ich hatte jahrelang furchtbare Angst vor diesem Tag. Aber es tat gut sich ihm zu stellen. Es ist schwierig die richtigen Worte zu finden, weil es ein sehr privates Thema ist, aber gleichzeitig spreche ich so gerne über meine Oma, weil sie wundervoll war.
Familie ist das allerwichtigste auf der Welt. Nicht die unbezahlten Überstunden in Deinem coolen Job, nicht Dein fucking Gehalt oder wieviel Du feierst oder Deine Kackklamotten. Dein Verein vielleicht, da überlege ich noch. "Liebe und Mitgefühl" sagt mein Hippie-Kollege immer. Anfangs fand' ich das bescheuert, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich es. Und manchmal ist es wirklich so einfach.







Sonntag, 3. Juni 2012

2012 - Woche 21 und 22

. Wir ziehen um! Von Bilk nach Düsseltal, genannt Zoo(-Viertel). Wir wohnen direkt gegenüber vom alten Eisstadion der DEG und dem Zoopark, in dem sich von 1876 bis 1943 tatsächlich ein Zoo befand, im zweiten Weltkrieg aber zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde.



. Während die Jungs schleppen und ab- und aufbauen, putze ich drei Tage lang die alte und die neue Wohnung, kämpfe mit Heuschnupfen und dem vielen Staub und Dreck, freue mich sehr über die Fortschritte und bin dankbar für unsere phantastischen Helfer.


 

. Wir überstehen dank des neuen Lieblingskiosks nebenan vier sehr warme Tage ohne Kühlschrank. Zweieinhalb Tage bauen die Jungs an der Küche und sie ist perfekt. Ich liebe unsere große Keramikspüle und die Massivholzarbeitsplatte.


 . Die ersten Nächte in der neuen Wohnung schlafe ich schlecht und träume nur Scheiß. Wir haben noch keine Vorhänge am Schlafzimmerfenster und werden morgens von der Sonne geweckt. Das ist sehr schön, aber auch sehr früh und sehr warm, zumal man die Fenster wegen des Straßenlärms nicht öffnen kann.



. Ich bin glücklich - und gleichzeitig traurig, dass ich meine Großeltern nicht mal eben sehen kann, gerade jetzt, und dass ich meiner Mutter nicht besser helfen kann als durch zuhören und da sein. Aber wir haben viel wofür wir dankbar sein können und wir haben uns.

Sonntag, 18. März 2012

2012 - Woche 11

. Berlin! Erschreckenderweise zum ersten Mal überhaupt in 27 Jahren. Anlass war ein geschäftlicher Termin und so ging es morgens hin und nach dem Meeting direkt wieder zurück. Im Vorbeifahren aus dem Taxi heraus gesehen: Reichstag, Fernsehturm, Sony Center, Holocaust-Denkmal, Friedrichstraße. Jetzt bin ich endgültig angefixt und entschlossener denn je in diesem Jahr Berlin endlich einen richtigen Besuch abzustatten.

. Photos gibt's diese Woche leider nur aus der Photokiste, selbst in Berlin keine Gelegenheit zum Photographieren gehabt.


Heimatort und -verein meiner Eltern und Großeltern. Photo von meinem letzten Besuch im Juli 2011.

Nick Hornby kommt ebenfalls aus Maidenhead, er erwähnt diese Tea Bar in "Fever Pitch".

. Dienstag Abend verbringe ich bei Freunden, die kein Sky haben. Aber die liebe M. wird 33 und so fällt es mir nicht schwer auf das Champions League-Spiel der Bayern gegen Basel zu verzichten, zumal ich mich bei solchen Torfestivals lieber nicht mit dem Mann im selben Raum aufhalte. (Die Lautstärke! Ich erschrecke mich jedes Mal wieder fast zu Tode.)
. Zwei Tage Frühling! <3 Freitag endlich mal wieder pünktlich Feierabend machen, Pizza, Bier und Sonnenuntergang am Rheinufer, startende Flugzeuge auf der anderen Rheinseite beobachten, Eis essen und durch die volle Altstadt spazieren.

Straßenbahndepot Am Steinberg, Düsseldorf.

Botanischer Garten der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.


. The Walking Dead. Nach sporadischem Mitschauen der zweiten Staffel nun von Beginn an. Ein ganz starker Pilot, auch wenn der Cop für mich stets der Typ sein wird, der in Love Actually in Keira Knightley verliebt war.
. Bayer 04 Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:2. Ein Heimspiel ohne mich nach zwei Wochen Erkältung habe ich mir vorgenommen dieses Wochenende gesund zu werden. Zum Spiel fällt mir nix mehr ein, zur ganzen Saison nicht. Und trotzdem freu' ich mich schon auf die Auswärts..fahrt (die paar Kilometer) nach Gelsenkirchen nächsten Samstag.
. Ein homophober Banner auf der Dortmunder Südtribüne, der außer bei Twitter nirgends so recht thematisiert wird. Die Stellungnahme der Aktion Libero dazu: Distanziert Euch!

Freitag, 23. September 2011

e4: the inbetweeners


heute möchte ich euch eine tv serie ans herz legen, die in deutschland völlig zu unrecht (noch) fast vollkommen unbekannt ist: the inbetweeners des britischen tv senders e4. es gibt leider nur drei staffeln (2008-2010), ein kinofilm ist im august dieses jahres angelaufen, den habe ich allerdings noch nicht gesehen.
wer die serie mal antesten möchte, sollte allerdings gewarnt sein. es geht um vier (spät-)pubertierende britische jungs, die den ganzen tag nur über sex reden (aber natürlich kaum welchen haben). und wie man's von den briten kennt, bleiben einem keine details erspart. alles ist sehr derbe und sehr explizit - aber eben auch sehr witty und unfassbar komisch. die vier hauptdarsteller spielen wirklich allesamt großartig, besonders joe thomas als simon cooper hat es mir angetan. in den wär' ich als 14-jährige garantiert verknallt gewesen.
der protagonist ist aber eigentlich will mckenzie, ein "posh twat", der von seiner privatschule auf die typische englische gesamtschule wechseln muss, dort aber aufgrund seines andersartigen dialekts und seiner aktentasche ("briefcase wanker") enorme startschwierigkeiten hat. wills trockene art sämtliche beleidigungen seiner mitschüler mit einem perfekt getimten & intonierten "oh, brilliant!" zu beantworten, amüsiert mich jedes mal auf's neue. wills vorherrschender gemütszustand ist frustration ob der unbeholfenheit seiner drei freunde, und seine verbalen ausbrüche sind immer wieder ein absolutes highlight dieser serie.
wenn man eine gewisse affinität zu englischen serien oder england generell hat, sollte man sich the inbetweeners nicht entgehen lassen, und sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass hier vier 16- bis 18-jährige schüler im mittelpunkt stehen. besonders bemerkenswert finde ich zudem, dass die serie nach staffel 1 nicht, wie bei den meisten serien, nachlässt, sondern ihre qualität konstant beibehält, um sich zum ende der dritten (und letzten) staffel nochmal zu steigern.

über diesen link geht's zum offiziellen video von e4, in dem wir die ersten knapp zwei minuten von season 1 episode 1 sehen: wills erster schultag. (e4 erlaubt anscheinend kein einbetten von youtube-videos, sorry.)

Freitag, 12. August 2011

sommer in england

im juli war ich in england. kein sommerurlaub dieses jahr, stattdessen familienreise in die heimat. ich durfte mit meinem opa seinen 95. (!) geburtstag feiern und meiner 14-jährigen cousine weise ratschläge für ihre zukunftsplanung mitgeben. ich hab viele dvds gekauft (die sind dort nämlich wirklich günstiger als in deutschland) und jeden tag schon mittags bier getrunken.







 

das haus meiner großeltern ist der traum jedes drittklassigen modebloggers.

Sonntag, 22. Mai 2011

madejski stadium - zu hause bei den royals


im märz 2009, als ich mit meinen eltern und meinem bruder in england war, sind wir, nur zum schauen, zum stadion des reading fc gefahren. dort angekommen ist aber mein vater, vollkommen schmerzfrei wie er ist, schnurstracks zum empfang marschiert und hat dort gefragt, ob es nicht vielleicht möglich sei, sich das stadion von innen anzuschauen. "wir kommen aus deutschland und sind reading-fans". ich liebe es, wenn mein vater, der zwar seit über 20 jahren in deutschland lebt, aber nur dann deutsch spricht, wenn es nicht anders geht, die "tourists from germany"-karte spielt. hilarious!
aber es hat funktioniert. wir haben eine persönliche führung bekommen, von einer ganz reizenden dame, durch das gesamte stadion und die katakomben. man musste einfach nur fragen, es war gar kein thema, sie hat das gerne gemacht. that's why i love england!

am 30. mai spielt reading* übrigens im englischen play off finale in wembley gegen swansea um den aufstieg.
*gesprochen: redding, wie berliner wedding, miss kastrop.


 


 




Montag, 1. November 2010

home is wo das fahrrad steht

es ist komisch. ich kann gerade so ein bisschen dabei zuschauen, wie das hier nach und nach zu meinem zuhause wird. normalerweise ist es ja so, dass man vom prozess selber nichts wirklich bemerkt, sondern es erst im rückblick erkennt.
andererseits, was weiß ich schon? ich hab fast mein gesamtes leben in bonn verbracht & bis ich 22 war, mir nicht vorstellen können, dass ich mich in einer anderen stadt jemals werde zuhause fühlen können. aber dann war ich für mein auslandssemester in sheffield und als ich über weihnachten wieder nach bonn geflogen bin, hab ich nicht nur geheult, als ich meinen bruder nach drei monaten am flughafen wiedergesehen hab - nein, ich hätte auch vor glück heulen können, als ich nach zwei wochen wieder zurück in sheffield war, im taxi saß, durch die stadt fuhr & es sich wie nach hause kommen anfühlte.
und jetzt steig' ich in düsseldorf aus dem zug & denke immer noch jedes mal "geil, ich wohne jetzt hier!" das ist einfach so cool & macht mich immer noch jedes mal glücklich. & dann macht es auch nichts, wenn ich aus dem bahnhof rausgehe & es nieselt & kalt & grau ist, denn mein fahrrad steht ja da & ich weiß, dass ich in 10 minuten zu hause bin.