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Mittwoch, 15. Mai 2013

Schwestern

Meine Tante und mein Onkel aus England waren zu Besuch bei uns in Düsseldorf und haben wunderschöne Blumen mitgebracht.


Mein Onkel war sehr überrascht, als ich ihm erzählte, dass das Altbier, dass er gerade trank und ihm sehr gut schmeckte, hier gar nicht so beliebt ist. Es ist das Rheinland. Nur in Hamburg hat man eventuell noch weniger Ahnung von Bier. ("Haben Sie noch anderes Pils außer Astra?" "Nur Holsten alkoholfrei. Oder Schöfferhöfer Grapefruit.")


Bei jedem Besuch in England habe ich mir im Haus meiner Großeltern die selben Familienphotos immer und immer wieder angeschaut. Aber seitdem meine Omi im vergangenen Juni gestorben ist, geht das nicht mehr. Es ist noch kein Jahr vergangen und es ist alles noch zu frisch, als dass ich die Bilder anschauen kann, ohne von Traurigkeit überwältigt zu werden. Am 06.06. hätte meine Oma Geburtstag gehabt, und meine Eltern fahren nach England, um mit meinem Opa und meinen Tanten und Onkels zusammen zu sein. Das finde ich schön.

Meine Mama ist übrigens das blonde Mädchen links im Bild, ganz rechts ihre ältere Schwester, die uns kürzlich besucht hat.


Das Haus meiner Großeltern – das Elternhaus meiner Mama – heißt übrigens Little Orchard. Ich habe nie darüber nachgedacht, wie wundervoll das ist, weil es eben schon immer so war.

Mittwoch, 10. April 2013

Dienstag, 11. September 2012

2012 - Woche 36

Ich erinnere mich tatsächlich an nichts außer meinen Geburtstag. Der Rest der Woche bestand aus Arbeiten (nicht zu viel, alles im Rahmen, glücklicherweise), einem Länderspiel am Freitag Abend, das ich nur sehr oberflächlich verfolgt habe, sowie einem stressigen Samstag Vor- und Nachmittag (aufräumen, putzen, einkaufen, backen). Samstag Abend habe ich dann mit Freunden in meinen Geburtstag reingefeiert und es war wunderschön.


Mein Geburtstag fällt ja auch immer ein bisschen mit meinem Düsseldorf-Jahrestag zusammen. Am 01. September 2010 zog ich nach Düsseldorf, bzw. fing an dem Tag in der Agentur an. Das heißt, Anfang September bin ich immer ein wenig sentimental. (NOCH MEHR ALS SONST ODER WAS? schreien gerade die, die mich kennen.)
Vergangenes Wochenende war ich einfach extrem dankbar für die wunderbaren Menschen, die ihren Samstag Abend mit mir verbrachten. Und dafür, dass Düsseldorf so gut zu mir ist und mir neben meinen alten Freunden so perfekte neue geschenkt hat. ♥
Ich mein, ich bekam u.a. das neue The xx Album, die Casper Live-DVD und Karten für das Bloc Party Konzert in Köln im Februar geschenkt. Die beste Geburtstagskarte kam von den beiden Ladies L. & L. (& Th.): "Für die Landfrau in der Landhausküche. Alles Gute zu Deinem 18. Geburtstag!" inklusive Katzenkopfabbildung.
(Ich fühle mich immer noch genauso, wie ich mich mit 18 gefühlt hab. Innen drin.)

Sonntag, 26. August 2012

Hamburg im August 2012

Das heißeste Wochenende des Jahres™ verbrachten wir in Hamburg. Bei und mit meiner wundervollen Freundin C., zufälligerweise ebenfalls eine Internetbekanntschaft. Im Sommer 2003 und 2004 verbrachten wir fast jedes Wochenende miteinander und seit nunmehr 8 Jahren ist sie mit einem meiner ältesten Schulfreunde zusammen. Wenn C. und ich uns sehen, ist als jedes Mal so, als käme zusammen, was zusammen gehört. Und so war auch das Wochenende. ♥

 

Warum genau wir am heißesten Wochenende des Jahres™ gefühlt hundert Kilometer zu Fuß (und fünfhundert mit der U-Bahn) zurückgelegt haben, am heißesten Tag des heißesten Wochenendes durch die komplett betonierte Hitzehölle that is Hafencity gelaufen sind, um uns die Queen Mary 2 anzusehen, kann ich nicht sagen. Als der meiner Meinung nach der Hitze unangemessen gut gelaunte Verkäufer dann noch sagte, dass Wasser, Apfelschorle und Cola im kompletten Unilever-Haus ausverkauft sind, dachte ich, ich müsste weinen. Busse fuhren übrigens wegen der Cyclassics auch nicht, aber als wir eine Stunde später im Stadtparksee schwammen, war ich versöhnt. (Eigentlich war ich nie unversöhnt, weil ich masochistischerweise den Sommer und auch die Hitze liebe, aber sonst ergibt die Erzählung keinen Sinn.)


Wir spazierten über den Dom (KIRMES man!), aßen jeden Tag Fisch und Fischbrötchen, der Mann verfiel dem Aperol Spritz (wtf?). Elbstrand, Elbtunnel, Cruise Days, Stadtpark, Winterhude, Außenalster, Portugiesenviertel, Schanze. Viel Geld ausgegeben, viel Alkohol getrunken, viel Spaß gehabt, viel Liebe für Hamburg.

Montag, 13. August 2012

England im Juni 2012

Im Juni war ich mit meiner Familie in England. Es war ein trauriger Anlass, der zugleich so viel Schönes hatte. Ich habe in der Kirche vor Ergriffenheit geweint, darüber, dass meine Oma ein so wundervoller Mensch war, und aus Stolz und Dankbarkeit, dass ich vieles davon in meiner Mama wiedererkenne. Meine erst 15-jährige Cousine hat ein Gedicht vorgetragen, in der Kirche, vor allen Leuten. Meine ältere Cousine aus Mexiko war da und ich habe mit ihrem kleinen Sohn angetrunken von zuviel Wein Laserschwertkämpfe geführt – er ist vier und im Moment ist Luke Skywalker sein großes Vorbild. Wie praktisch, dass ich einen Luke Skywalker Schlüsselanhänger aus Lego an meinem Schlüsselbund trage!
Ich hatte jahrelang furchtbare Angst vor diesem Tag. Aber es tat gut sich ihm zu stellen. Es ist schwierig die richtigen Worte zu finden, weil es ein sehr privates Thema ist, aber gleichzeitig spreche ich so gerne über meine Oma, weil sie wundervoll war.
Familie ist das allerwichtigste auf der Welt. Nicht die unbezahlten Überstunden in Deinem coolen Job, nicht Dein fucking Gehalt oder wieviel Du feierst oder Deine Kackklamotten. Dein Verein vielleicht, da überlege ich noch. "Liebe und Mitgefühl" sagt mein Hippie-Kollege immer. Anfangs fand' ich das bescheuert, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich es. Und manchmal ist es wirklich so einfach.







Montag, 21. Mai 2012

2012 - Woche 20

. Vor Donnerstag erinnere ich mich an nichts erwähnenswertes. Wochentags sieht es bei mir derzeit immer gleich aus: Bis ca. 20 Uhr arbeiten, kurz einkaufen, essen, Mad Men gucken, Gin Tonic trinken, schlafen. (Mich ärgern, dass das bei Mad Men immer glamouröser aussieht.)


. Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt und ich fahre spontan (!) mit zwei Freundinnen aus Bonn in den Duisburger Zoo. Ich war tatsächlich nie bewusst im Zoo - nur einmal als kleines Kind im Kölner Zoo - und flippe völlig aus. Ich hätte gerne einen Delphin. Weil ich den Mann, der Zoos boykottiert, am Feiertag bei bestem Wetter alleine zu Hause sitzen lasse, kaufe ich ihm als Wiedergutmachung bei Starbucks im Duisburger Hauptbahnhof den City Mug München.

 

. Finale Dahoam. Der Mann und ich nehmen das wörtlich und fahren nach Bonn, ich fahre zwei Stunden später und werde von einer laut und schief singenden Pfadfindergruppe im RE gequält. Ich habe Hunger und Durst und werde zunehmend aggressiver. Zum Glück holt mein Bruder mich in Bonn am Bahnhof ab. <3
Ich bin kaum zu Hause, da werde ich von Mama zum Korrekturlesen einer deutschen Übersetzung an ihren Laptop gesetzt und zum Arbeiten verdonnert.


. Wie immer ein fast pefekter Tag bei der Schwiegerfamilie. Viel Essen, viel Alkohol, trinkfreudige Eifelaner, ich kann keinen Obstbrand trinken, Champions League Finale, nichts was ich nur in einem Satz dazu sagen könnte. Nach dem Spiel wird der Ruf nach mehr Alkohol laut, höchst antizyklisch wird die Sektflasche geöffnet. Es ist einer dieser Abende, an dem man sämtliche Alkoholvorräte des Hauses aus irgendwelchen Kommoden und Schränken kramt. Eiswein, anyone? Nachts auf der Straße auf dem Rücken in der Einfahrt liegen und denken: Das passt, dass hier heute nicht ein Stern am Himmel ist.

Dienstag, 17. April 2012

2012 - Woche 15

. Ostermontag. Tag 1 nach dem Urlaub. Wir wollen zurück nach Amsterdam. Wir haben nichts zu essen im Haus und landen aus Mangel an Alternativen bei McDonald's, es schmeckt richtig scheiße. Abends bestellen wir Sushi.


. Eine traurige Nachricht aus der Schwiegerfamilie.
. Bindehautentzündung und ein Besuch beim Augenarzt, der mir - schockschwerenot! - kein Kortison verschreibt. Verdammt.
. Ein aufregendes Telefonat.


. Eine wundervolle Hochzeit mit der wunderschönsten Braut, die ich je sah. Eine tolle Feier im Strandbad Lörrick, eine nächtliche Taxifahrt über die Rheinkniebrücke - und wenn ich den Rhein und die Stadt vor mir ausgebreitet sehe, werde ich ein wenig rührselig vor Glück, eventuell auch Gin-Tonic induziert.

Sonntag, 11. März 2012

Lieblingsblogs: Unrund

Schon länger wollte ich Stefanie und ihrem Blog Unrund ("Das Leben ist zu kurz für torlose Unentschieden") einen eigenen Post widmen. Es gibt ja so Menschen im Internet, in die man ein bisschen verliebt ist ohne sie jemals persönlich kennengelernt zu haben. Zugegeben, ich bin sehr schnell verliebt, aber Stefanies Texte vermitteln stets eine solche Ruhe und Wärme, und es tritt dieser wundervolle Effekt ein, dass man sich beim Lesen für ein paar Sekunden in den Zeilen verliert und sich selbst bei einem dieser kitschigen "Life is good"-Momente erwischt.
Meine romantische Verklärtheit von unterklassigem Fußball sowie meine Sehnsucht selbst einen Zweitverein zu haben, der vor einer handvoll Zuschauer nur wenige Meter von meiner Wohnung spielt und trotzdem bedeutend ist, tut da sein Übriges.
Besonders angetan hat es mir der Jahresrückblick 2011, in dem Stefanie von ihrem neuen Lieblingsverein Tennis Borussia Berlin erzählt:
Und sowieso: dieser neue Lieblingsverein, der mir in den letzten Monaten so den Kopf verdreht hat. Der mich tatsächlich dazu gebracht hat, neulich nach dem Spiel die ganze Mannschaft abzuklatschen (huch). Lieder mitzusingen, obwohl ich den Text gar nicht kenne. Allein zum Auswärtsspiel zu fahren, quer durch Berlin, mit dreimal umsteigen, halbgefrorenvollzufrieden. Der Verein mit den charmantesten Fans, die mir je begegnet sind. Der Verein, der dafür gesorgt hat, dass ich seit Jahren mal wieder Hallenfußball gesehen habe – und mich daran erinnert, wie sehr ich in das Geräusch quietschender Sohlen auf Turnhallenboden verliebt bin. Der Verein, bei dem ich mich … irgendwie … sauwohl fühle, selbst in der Phase des schüchternen Herantastens, in der ich mich befinde. Ja, so einfach ist das nämlich mit dem Fansein: Das ist dieses warme Gefühl, das du beim Betreten des Stadions hast, und beim bloßen Gedanken ans Dortsein, beim Gedanken an all die anderen Menschen, die gern dort sind, beim Gedanken an den Moment, in dem die Mannschaft aufs Feld läuft.
 Und der letzte Satz treibt mir die Tränen in die Augen, weil da jemand ist, der Fußball genauso liebt wie ich.

Dienstag, 24. Januar 2012

Stöckchen: Kindheit - Bücher - Städte - Reisen

Fräulein Julia hat ein Stöckchen in die Runde geworfen.

1. Was wolltest Du als Kind werden?
Als Kind dachte ich ja, Kellnerin sei ein richtiger Beruf, und wollte ganz lange Kellnerin werden. Außerdem wollte ich immer Autorin/Schriftstellerin werden, schon in der Grundschule habe ich jede Menge narzistischen Unfug geschrieben und meine Kinderbücher vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Dann wurde irgendwann Viva gelauncht und ich wollte Moderatorin werden.

2. Was war das wichtigste, was Du in der Schule gelernt hast?
Dass es besser ist, ab und zu einfach mal die Klappe zu halten. Auch wenn man die Wahrheit sagt und im Recht ist. (Meine Lehrer haben dann immer bei uns zu Hause angerufen und waren völlig verdutzt, dass meine Mutter ja ganz normal und nett und gebildet und wundervoll ist. Ich frage mich heute manchmal noch, was die erwartet haben.)

3. Wie hast Du Dir früher vorgestellt, jetzt, in diesem Alter zu sein?
Als Kind habe ich gedacht, dass ich mit 27 verheiratet sein würde, mit zwei Kindern, einem Haus und einem Auto. Weil ich dachte, dass man mit 27 erwachsen ist. Zum Glück ist das nicht der Fall.

4. Was ist Dein All Time Favourite Buch?
Immer diese schwierige Frage nach dem Lieblingsbuch! Als Kind habe ich Charlie and the Chocolate Factory geliebt. Wir hatten eine ganz tolle großformatige Hardcover-Ausgabe, und meine Eltern haben mir das Buch an die fünfzig Mal vorgelesen und ich habe die Geschichte trotzdem jedes Mal verschlungen. Ich verbinde sehr viel mit diesem Buch und habe deshalb den Film auch nie gesehen.

5. Was ist Dein Lieblingszitat?
Extremely Loud and Incredibly Close ist wohl das Buch, aus dem ich die meisten Zitate überhaupt rausgeschrieben hab. Es fällt mir schwer, mich hier nur auf eins zu beschränken; ich wähle einfach mal stellvertretend für das ganze Buch eins aus, was nicht heißt, dass es mein Liebstes ist:

I said, I want to tell you something.
She said, You can tell me tomorrow.
I had never told her how much I loved her.
She was my sister.
We slept in the same bed.
There was never a right time to say it.
It was always unnecessary.
The books in my father's shed were sighing.
The sheets were rising and falling around me with Anna's breathing.
I thought about waking her.
But it was unnecessary.
There would be other nights.
And how can you say I love you to someone you love?
I rolled onto my side and fell asleep next to her.
Here is the point of everything I've been telling you, Oskar.
It's always necessary.
I love you,
Grandma

6. Wobei hattest Du das letzte mal Rührungs-Tränen?
Jetzt gerade nach dem Lesen des Zitats oben. Ich kann grad den Bildschirm nicht richtig erkennen. :O

7. Was ist Deine Lieblingsstadt?
Ich liebe Bonn, weil es meine Heimat ist. Düsseldorf, weil es mein neues Zuhause ist. Paris, weil es märchenhaft ist, und Rom, weil die Geschichtsträchtigkeit dieser Stadt einfach fucking unbelievable ist.

8. Wo würdest Du am liebsten hinreisen?
Namibia und Südafrika!

9. Was würdest Du am liebsten ändern in Deinem Leben?
Gar nicht so viel, aber wenn ich drei Wünsche frei hätte, wäre einer definitiv, dass ich keine Flugangst mehr habe. Damit ich nach Namibia und Südafrika kann.

10. Was ist Dein traditionelles Weihnachtsessen?
Wir hatten sehr lange kein traditionelles Weihnachtsessen an Heiligabend, weil wir ja am 25. Weihnachten feiern. Da gibt es seit ich denken kann turkey mit roast potatoes, Karotten und Rosenkohl. An Heiligabend essen wir inzwischen Raclette, wie richtige Deutsche.

11. Was willst Du dieses Jahr unbedingt machen?
Nach Berlin fahren, da war ich nämlich noch nie(!!!).

Ich werfe das Stöckchen in die Runde, für alle, die Lust haben.

Sonntag, 15. Mai 2011

15 stunden busfahrt, 1 lied auf repeat

ich bin ja ein größeres emo-kind als ich dachte. ja, ich weiß, das sag' ich nicht zum ersten mal. stattdessen gibt es immer wieder diese momente, in denen ich von recht trivialen dingen übermäßig ergriffen bin, nur um im nächsten moment selbst davon überrascht zu sein. bemerkenswerterweise führt dies nicht zu einer re-evaluation meiner selbsteinschätzung, sondern zu... solchen blog-einträgen.
aber fahrt mal 450km quer durch deutschland für ein fußballspiel (und am selben tag wieder zurück), voller nervöser vorfreude, mit dieser musik auf den ohren. dann wisst ihr was ich meine:


der unfassbar grandiose caribou mit odessa. 
es gibt kaum einen besseren soundtrack zum auto-/busfahren. da fühlt sich selbst das durchfahren von nord baden-württemberg irgendwie groß und bedeutungsvoll an.

Dienstag, 10. Mai 2011

not change the world exactly, but the bit around you

ich bin ja durchaus anfällig für kitschige zitate & 'lebensmottos', aber dieses "lebe jeden tag als wäre es dein letzter" hat mich noch nie überzeugt. umso schöner war es über diesen text zu stolpern:

'Live each day as if it's your last,' that was the conventional advice, but really, who had the energy for that? What if it rained or you felt a bit glandy? It just wasn't practical. Better by far to simply try and be good and courageous and bold and to make a difference. Not change the world exactly, but the bit around you. Go out there with your passion and your electric typewriter and work hard at...something. Change lives through art maybe. Cherish your friends, stay true to your principles, live passionately and fully and well. Experience new things. Love and be loved, if you ever get the chance.

und das sagt der guardian zu dem buch.

Sonntag, 8. Mai 2011

warum kießling zum ballett-unterricht sollte

in den letzten tagen und wochen ist es bei mir ein bisschen ruhiger geworden, bei twitter, in sachen leverkusen. das liegt daran, dass in mir so viel ärger und enttäuschung brodelt, dass ich lieber die klappe halte als zu explodieren, und stattdessen versuche, das ganze einfach zu verdrängen. das hat auch ganz gut geklappt. bis ich heute lesen musste, dass jupp heynckes sich über die leverkusener-fans beschwert.
ich glaub' es hackt!
mein erster gedanke war - und da kommt der fußballfan, typ emotional, in mir raus: der jupp hat keine ahnung wie es ist leverkusen-fan zu sein.
vergangenen samstag bin ich - mal wieder - voller hoffnung zum spiel nach köln gefahren. ein sieg bei den ziegen sollte pflicht sein, und nürnberg würde sich sicher gegen dortmund auch voll reinhängen, um nächste saison international spielen zu dürfen. - und dann so eine erbärmliche, blutleere, seelenlose vorstellung der mannschaft, die mich einfach sprachlos zurückließ.
gestern sollte dann zu hause gegen hamburg 'wenigstens' die direkte cl-quali klargemacht werden; dass bayern st. pauli plattmachen würde war bei deren derzeitigem lauf ja zu erwarten. und wieder haben die jungs gespielt, als hätten sie seit drei wochen nicht mehr miteinander trainiert. kießling sieht aus, als verliere er von woche zu woche ein bisschen mehr von seinem ohnehin nur spärlich vorhandenen körpergefühl. die machen doch video-analysen im training, sieht der nicht, wie der da mit den armen und beinen rumschlackert, als gehörten sie nicht zu seinem körper? das ist kein witz, wenn ich trainer wäre, würde ich kießling als erstes zum ballett-unterricht schicken, damit er lernt, was körperspannung ist.
aber ich schweife ab.
ich frage mich immer wieder, ob es mein fehler, der fehler der fans, ist, dass wir von der meisterschaft geträumt haben, obwohl der verein selbige nie als ziel ausgegeben hat. oder ob es der fehler des vereins ist, genau das zu tun, d.h. immer die ziele zu niedrig zu stecken, zu wenig zu wollen, sich immer mit weniger zufrieden geben. offen gesagt, diese falsche bescheidenheit kotzt mich an.
ich will nicht nur schön spielen, ich will auch mal nachweisbaren erfolg haben und was gewinnen. und wenn man noch nicht mal mehr schön spielt, wie im moment, dann fange ich langsam an mich zu fragen, wofür ich da jede woche hinfahre. wofür ich so viel meiner zeit diesem verein opfere widme. mein großes problem ist, dass ich derzeit nicht mehr das gefühl habe, vom verein etwas zurückzubekommen. und das tut richtig weh. das einzige, was ich will, ist sehen, dass die es wollen. dass ich nicht in der kurve stehe und das gefühl hab, wir alle wollen das mehr, als die elf jungs, die da auf'm platz stehen. (und "stehen" trifft es derzeit besser als "laufen".) und deswegen find' ich es eine unverschämtheit, wenn jupp heynckes tatsächlich den fans die schuld an den schlechten leistungen der mannschaft gibt. gemessen an der spielweise der mannschaft, fand' ich den support gestern echt gut. bis zum schlusspfiff haben wir die mannschaft angefeuert ein tor zu schießen, obwohl zumindest ich ein weiteres tor der hamburger für wahrscheinlicher gehalten hab.
die 'fans', die buhen, "heynckes raus" brüllen, und den eigenen spielern den mittelfinger zeigen, sind vollidioten & kriegen das im block auch von den anderen zu spüren. deswegen finde ich es ungerecht pauschal alle fans anzugreifen - und unprofessionell ist es obendrein, sich als trainer gegen die eigenen fans zu stellen.
und wie sollen wir mit unserer mini-kurve, die - wie der hamburger fan gestern im zug zurecht angemerkt hat - genauso groß bzw. klein ist wie der gästeblock, einem vergleich mit dortmund oder schalke standhalten? das ist einfach purer hohn, denn niemanden stören die bedingungen im stadion mehr als uns. ich kann mit ziemlicher sicherheit sagen, dass eine erweiterung des stehplatzbereichs der größte wunsch aller aktiven fans ist. jegliche bemühungen von seiten der fans gemeinsam mit dem verein zu einer lösung zu kommen, werden mit dem statik-argument im keim erstickt. da kommt einem hin und wieder schon mal der gedanke, dass von seiten des vereins bewusst versucht wird, die fanszene klein zu halten. sei es aus kosten- oder aus image-gründen, ich weiß es nicht. holzhäuser ist halt geschäftsmann und kein fußballer.
ob ich nächste woche nach freiburg fahre, weiß ich nicht. nicht weil ich ein schönwetter-fan bin, sondern weil ich gerade nicht das gefühl hab', dass es irgendwen aus der mannschaft juckt, ob wir da sind.
und der kloß im hals erinnert mich daran, warum ich zurzeit nicht gerne über dieses thema spreche.

Donnerstag, 6. Januar 2011

2010

am 06.01. ist es noch nicht zu spät für einen jahresrückblick, oder? immerhin ist heute ein somewhat-weihnachts-feiertag in einigen bundesländern und schulferien sind auch noch.
dieses bedürfnis unbedingt einen jahresrückblick aufschreiben zu wollen, rührt jetzt nicht daher, dass mein jahr besonders geil war (war's nämlich nicht, aber dazu später mehr), sondern daher, dass ich das gefühl habe, dass ich mich für die wenigen, aber dafür sehr guten dinge, die mir passiert sind, nicht dankbar genug gezeigt habe. - so, und wer hier noch folgen kann, ist genauso bescheuert wie ich.
auf dem papier war 2010 ein gutes jahr. im februar hab ich mit 'sehr gut' meinen uni-abschluss gemacht. im juli mit meiner ersten bewerbung meinen ersten job gefunden, der bis heute alle meine vorstellungen und wünsche erfüllt hat. im august hab ich mit der zweiten wohnungsbesichtigung meine wundervolle wohnung gefunden, sodass ich seit september in meiner traumstadt düsseldorf lebe und arbeite.
ich hatte unglaubliches glück und bin mir dessen auch bewusst.
aber was bleibt von 2010 ist das ständige bewusstsein, dass etwas fehlt - ein gefühl, das ich aus 2009 mitgenommen hab und seitdem nicht losgeworden bin. emotional war 2010 ein einziges auf und ab. ich war viel und lange krank, ausgerechnet im sommer, während der wm, und kurz vor weihnachten. es war einfach so unglaublich anstrengend. und es ist schade, dass das die vorherrschende erinnerung an 2010 ist, obwohl es doch so viel gibt, was das jahr zu einem wundervollen hätte machen können.
2011 wünsche ich mir mehr ruhe.

Dienstag, 12. Oktober 2010

i miss you

im dunkeln mit dem fahrrad durch die straßen der neuen stadt fahren & der moment, in dem man denkt: "es ist gut, so wie es ist."
und sofort darauf die realisation, dass das wichtigste fehlt, und dann verwunderung, dass man trotzdem in diesem moment so gefühlt hat.
komisch.